Was braucht ein Sofa, damit es 20 Jahre in deinem Zuhause bestehen kann?
Ein Sofa, das mehrere Jahrzehnte hält (was wir selbstverständlich anstreben sollten), braucht sowohl strukturelle Integrität als auch emotionale Relevanz. Für mich bedeutet das ein starkes, hochwertig gefertigtes Fundament, solide Handwerkskunst, strapazierfähige Polsterung, waschbare Bezüge und erneuerbare Komponenten, kombiniert mit einem Design, das sich Trends entzieht. Als Mutter und jemand, der von zu Hause arbeitet, trägt mein Sofa den Alltag in all seinen Facetten. Ich suche nach Möbelstücken, die Veränderungen aufnehmen können, ohne Aufmerksamkeit zu fordern, die würdevoll altern, statt irgendwann überholt zu wirken.
Gibt es aus Interior-Perspektive den perfekten Platz für ein Sofa im Raum?
Statt eines perfekten Ortes gibt es einen durchdachten. Ich beginne immer mit der Architektur. In meinem Mid-Century-Haus reagiert das Sofa auf Proportionen, Sichtachsen und das natürliche Licht. Es sollte den Raum verankern und gleichzeitig Offenheit bewahren, niemals Laufwege oder den Blick in die Landschaft unterbrechen. Ein gut platziertes Sofa schafft einen Moment der Ruhe und Orientierung im Raum, statt als Barriere zu wirken.
Was ist dein Geheimnis, modulare Elemente so zu kombinieren, dass sie stimmig und persönlich wirken – und nicht nur „funktional“?
Stimmigkeit entsteht durch Zurückhaltung. Ich reduziere die Palette in Ton, Textur oder Geometrie und bringe Variation über Platzierung und Kontext hinein. Modulare Möbel wirken persönlich, wenn sie komponiert und nicht einfach nur zusammengestellt sind. Ich kombiniere klare, architektonische Module gerne mit haptischen Elementen oder einer unerwarteten Proportion. Ziel ist eine Komposition, die bewusst gestaltet wirkt, nicht mechanisch. Beim Torio habe ich mich entschieden, zwei Farbtöne zu kombinieren und mit Farbe zu spielen. Das verleiht dem Raum Persönlichkeit, Leichtigkeit und Tiefe.
Gibt es kleine modulare Hacks, die du liebst und die sofort die Atmosphäre verändern?
Subtile Veränderungen haben oft die größte Wirkung. Eine andere Tiefenanordnung, eine leicht gebrochene Symmetrie oder ein Modul, das etwas von der Wand abrückt, all das kann die Wirkung eines Raumes komplett verändern. Ich mag es auch, ein einzelnes kontrastierendes Modul in einer anderen Farbe einzusetzen, um einen visuellen Rhythmus zu schaffen. Eine leise Geste, aber sie verändert die gesamte Erzählung des Raumes.
Wie passt du dein modulares Sofa an, wenn sich deine Bedürfnisse verändern – zum Beispiel, wenn das Zuhause mehr Arbeitsort, Rückzugsort oder Spielplatz ist?
Modulare Möbel spiegeln die Fluidität des Alltags wider. In arbeitsintensiven Phasen brauche ich Struktur und Klarheit: aufrechteres Sitzen, definierte Zonen, ein Gefühl von Ordnung. Wenn Ruhe oder Familienzeit im Vordergrund stehen, wird das Arrangement weicher: Module rücken näher zusammen und schaffen großzügige Flächen zum Entspannen und Spielen. Ich schätze Möbel, die sich intuitiv anpassen, ohne für jede Lebensphase neu gedacht werden zu müssen. Und manchmal gibt es auch größere Veränderungen, wie einen Umzug, so wie bei uns gerade. Mit einem modularen Sofa stelle ich sicher, dass das Möbel weiterhin in den neuen Raum passt, vielleicht einfach nur leicht neu arrangiert.
Wie gestaltet man einen Raum, der für die ganze Familie ruhig und sicher ist – und gleichzeitig modulare Entscheidungen zulässt, die Kinderbedürfnisse berücksichtigen, ohne an Stil zu verlieren?
Ruhige Räume entstehen auf einer soliden Basis: in Materialien, Proportionen und Langlebigkeit. Abgerundete Formen, bodennahe Silhouetten und robuste Textilien unterstützen das Familienleben ganz selbstverständlich und wirken dennoch visuell klar. Ich vermeide zu empfindliche Oberflächen und wähle stattdessen Materialien, die zur Nutzung einladen. Wenn ein Raum wirklich zum Leben gedacht ist, wird er automatisch ruhiger, selbst mit Kindern. Und ein Sofa mit waschbaren Bezügen hilft definitiv, Ordnung und Klarheit zu bewahren.
Welche Farben werden deiner Meinung nach künftig spannend für Sofas und ihr Umfeld?
Ich sehe eine Bewegung hin zu komplexen, soften Tönen, inspiriert von Natur und Architektur. Farben wie warmes Lehm, gedecktes Oliv, mineralisches Grau, sanfter Tabak oder ausgewaschenes Indigo gewinnen an Bedeutung. Sie wirken geerdet und zeitlos, besonders in Räumen, die auf Langlebigkeit statt auf schnellen Effekt setzen. Diese Nuancen harmonieren wunderbar mit Holz, Stein und natürlichem Licht und eignen sich ideal für zeitgenössische, aber beständige Interiors.
Bilder von Jaclyn Locke